Ende der Erbengemeinschaft

Die Erbengemeinschaft endet

  • mit vollzogener Erbteilung:
    • Durch Verteilung der Nachlassgegenstände und (nicht zwingend) Schuldübernahme [ohne Schuldübernahme haften die Erben solidarisch weiter; ZGB 640].
    • Durch Verkauf der Nachlassgegenstände und Verteilung des Liquidationserlöses an die Erben.
  • Wenn nur noch Sachenrechts-Eigentum (Immobilie, bewegliche Sachen [und keine Forderungen]) vorhanden sind: durch Umwandlung des sachenrechtlichen Gesamteigentums (ZGB 652 – 654) in
    • Miteigentum (ZGB 646 – 651)
    • Stockwerkeigentum (ZGB 712a – 712t)
  • Durch Umwandlung der Erbengemeinschaft (ZGB 602) in eine andere Rechtsform:
    • einfache Gesellschaft (OR 530 ff.)
    • Kollektivgesellschaft (OR 552 ff.)
    • Kommanditgesellschaft (OR 594 ff.)
    • Gütergemeinschaft (ZGB 215 ff.)
    • Errungenschaftsgemeinschaft (aZGB 239)
    • Gemeinderschaft (ZGB 336 ff.).

Achtung:

Ein Neubau zum Weiterverkauf, die Bildung von Stockwerkeigentum mit Nutzung durch die Erben, eine Abtretung von Reservebauland und Ueberbauung usw. kann zu einem automatischen Rechtsformenwechsel von der Erbengemeinschaft – mit all seinen Steuerfolgen [Einkommenssteuern, Sozialabgaben (AHV-Beitragspflicht), Grundsteuern usw.] in eine einfache Gesellschaft oder gar Kollektivgesellschaft.

» Besteuerung von Immobilien: Erbfolge und Erbteilung

Literatur:

Bürgi, Urs (2001): Grundsteuern in der Schweiz – eine Übersicht. In: NZZ, Sonderbeilage Immobilien (03.07.2001), Nr. 151, B15.

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