Ausgestaltung der Gemeinschaft

Die Erbengemeinschaft hat von Gesetzes wegen folgende Ausgestaltung:

  • Erben werden automatisch Gesamteigentümer der Nachlassgegenstände:
    • Eigentumserwerb bei Immobilien ausserbuchlich
    • Erbfolgevormerk bringt Buchlage des Grundbuchs in Uebereinstimmung mit der tatsächlichen Rechtslage
    • Mit dem Erbfolgevormerk werden
      • nur Name und Vorname der Erben sowie das Gesamthandverhältnis („Gesamteigentümer infolge Erbengemeinschaft“) vorgemerkt.
      • keine Quoten der einzelnen Erben registriert.
  • Erben sind mit ideelen, aber nicht individuell verfügbaren Quoten beteiligt.
  • Erben werden Gesamthänder sämtlicher Vermögensurrogate, d.h. von Gegenständen, die aus Mitteln der Erbschaft für diese erworben wurden.
  • Erben kommt Nutzen aus den Nachlassaktiven gemeinsam zu.
  • Wertveränderungen (Wertzuwachs und Wertreduktion) berühren die Erben gemeinsam.

Keine Besitzes-, Nutzungs- und Gebrauchsrechte einzelner Erben

Die zwingende Ausgestaltung der Erbengemeinschaft als Gesamthandschaft lässt keine Sonderrechte (Besitzes-, Nutzungs- und Gebrauchsrechte) einzelner Miterben zu.

Judikatur: BGE 58 II 403

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